Jakob: „Das Bundesheer doch nicht umsonst?“

Mein Vater hat in unserer Familie immer großen Wert auf Bildung gelegt. Er war selbst Akademiker und wollte deshalb auch von mir, dass ich die Matura mache. Da ich aber in meiner Jugend nicht lernen wollte, sondern mich mit ‚anderen‘ Dingen beschäftigte, führte das oft zu Spannungen und Streitigkeiten.

Wegen meiner schlechten Noten musste ich in der Unterstufe die Schule wechseln. Gerade in dem Alter war es schwierig, wieder Anschluss zu finden. Doch es war nur für zwei Jahre und so fand ich mich mit der Außenseiterrolle ab.

Nach der Unterstufe war es ‚bestimmte‘ Sache, dass ich in die Oberstufe wechselte. Dort hatte ich ja wieder Kurs auf die Matura aufzunehmen. Meine Noten haben sich jedoch nicht verbessert und so musste ich die Klasse wiederholen. Nach diesen Startschwierigkeiten konnte ich letztlich die Schule abschließen, doch das Verhältnis zu meinem Vater blieb unversöhnt.

In meinem Maturajahr ist mein Vater verstorben. Er hat es nicht mehr miterleben können. Das waren traurige Tage. Sein Tod kam für uns aus dem Nichts. – Es war unbegreiflich. Seinen eigenen Vater so früh begraben zu müssen, zerreißt einem das Herz.

Ich wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Es schien mir alles sinnlos. Wofür soll man leben, wenn man am Ende stirbt und alles zurücklässt? Mich quälten die Sinnfragen und am Ende der Schulausbildung blieb ich orientierungslos zurück.

Es folgte meine Einberufung zum Bundesheer. Das brachte etwas Abwechslung und geregelte Abläufe in mein Leben. Doch bei den einsamen Chargen-Diensten musste ich immer wieder darüber nachdenken, wozu man eigentlich lebte.

Gerade am Wochenende, wenn es in der Kaserne besonders befremdlich war, hatte ich endgültig resigniert. Ich konnte nicht verstehen, was andere antreibt und wie sie so unbekümmert ihr Leben führen konnten. Immer wieder fragte ich mich, was der Sinn hinter dem Leben war. Man müht sich ab und am Ende bleibt doch nichts.

Im Frühling mussten wir zum Militärpfarrer. Dieser stellte sich uns vor und wir spielten mit den Kameraden Brettspiele. Es war eine willkommene Abwechslung zum Marschieren und der Durchführung sonstiger Militärübungen. Am Ausgang waren neue Testamente zur freien Entnahme bereitgestellt. Das „Cover“ hat mich irgendwie angesprochen, und so nahm ich eines. Es hatte ein kleines Format und passte in meine Uniform.

In den Freizeiten und abends begann ich, darin zu lesen. Ich war überrascht von dem Inhalt. Für mich war die Bibel immer ein verstaubtes Buch für alte Pfarrer gewesen. Mit jeder Zeile, die ich las, wurde mir die Bibel lebendiger. So freute ich mich nach Dienstschluss schon darauf, weiterlesen zu können. Folgender Abschnitt aber sollte die entscheidende Wende in meinem Leben einleiten:

Als er aber von dem Berg herabgestiegen war, folgten ihm große Volksmengen. Und siehe, ein Aussätziger kam heran und warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich wurde sein Aussatz gereinigt. (Matthäus 8,1-3)

Das hat mich innerlich tief bewegt! Da sind große Menschenmengen, die Jesus folgen, aber er sieht die Not eines einzelnen Mannes. Er nimmt sich seiner an und befreit ihn von seinem Elend. Die Antwort und das Handeln von Jesus änderte sein Schicksal.

Ich wusste, dass ich dieser elende Mann war. So habe ich Jesus angesprochen und ihn um Hilfe gebeten. Was soll ich sagen? Er hat geantwortet. In dem Moment wusste ich, dass er Realität ist und mich kennt. Er hat mir gesagt, was der Sinn des Lebens ist.

Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.” (Johannes 17,3)

Nach dieser ersten Begegnung mit Jesus war ich umso mehr ermutigt weiter zu lesen. Vieles war mir zwar noch unklar, aber ich wollte mehr erfahren. Doch nach und nach wurde ich durch das Evangelium auch mit unbequemen Aussagen über mich konfrontiert:

Jesus spricht viel über Sünde und dass man davon zu Gott umkehren soll. Doch dieser spielte in meinem Leben keine Rolle. Er war mir gleichgültig und so sah auch mein Lebensstil aus: Ich tat was recht war in meinen Augen. – Mein gottloses Leben führte schließlich zu einem sinnlosen und sündigen Leben.

Jesus stellte mir aber nicht nur die Diagnose, sondern gab mir auch die Medizin!

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße. (Lukas 5,31-32)

Die Sinnfrage meines Lebens war gelöst indem ich ‚Jesus Christus erkannte‘. Doch nun stellte er mich vor die Schuldfrage. Wer kann schon von sich sagen, dass er gerecht ist? Ich hatte in meiner Vergangenheit genug Unrecht getan. Ganz zu schweigen davon, dass ich Gott ablehnte. Doch gerade der Kern des Evangeliums gab mir die endgültige Antwort:

Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. (Matthäus 26,28)

Diese Worte und ihre Konsequenzen zu begreifen war für mich ein langer Prozess. Gottes Rechtsforderung gegen mich war mein Tod! Bestrafung für mein Unrecht, ja. – Aber der ewige Tod?! – Ich hatte keine Ahnung, wie gerecht Gott wirklich ist! Er hätte mich im Himmelreich nicht dulden können. Unmöglich.

Und da kommt Jesus und macht mir das Angebot, dass er an meiner Stelle stirbt. – Wie hätte ich dieses Angebot ausschlagen können?! So habe ich mein Vertrauen auf Jesus gesetzt und bin in den neuen Bund mit Gott getreten. Ein Vertrag, für den Jesus sein Blut vergossen hat zur Vergebung meiner Sünde. Und meine ‚Unterschrift‘ ist mein Glaube an ihn. Dadurch habe ich mein Ticket in den Himmel erhalten!

Wie siehts bei dir aus? – Hast du schon eines?